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Identisches Spannsystem Erowa MTS auf allen Maschinen (links)
Hoch in den Alpen, ca. eine Stunde von Bergamo entfernt in Vertova, steht die Firma C.O.S.P.A. Stampi. Der Bereich Werkzeug- und Formenbau steht permanent unter großem Druck, sowohl Kosten wie auch Lieferzeiten zu optimieren. Mit der konsequenten Umsetzung des Erowa FMC-Konzeptes wurde die Durchlaufzeit eines kompletten Werkzeuges von 4 Monaten auf 4 Wochen reduziert.
Identisches Spannsystem Erowa MTS auf allen Maschinen (links)
Formenbau setzt konsequent auf Nullpunktspannsysteme

Cleveres Rüstkonzept verkürzt Werkzeug-Durchlaufzeit

Die großen Formplatten werden direkt auf die MTS-Basisplatten gespannt. Die Bohrungen für die Spannzapfen sind integrierter Bestandteil der Konstruktion und Fertigungsplanung (rechts)
Die großen Formplatten werden direkt auf die MTS-Basisplatten gespannt. Die Bohrungen für die Spannzapfen sind integrierter Bestandteil der Konstruktion und Fertigungsplanung (rechts)
Der Robot Compact bedient sowohl die Erodiermaschine wie auch die CNC-Fräsmaschine
Der Robot Compact bedient sowohl die Erodiermaschine wie auch die CNC-Fräsmaschine

Bei C.O.S.P.A Stampi werden große Formteile vollständig intern gefertigt. Die Arbeitsschritte umfassen Bohren, Fräsen bis zu Senkerodieren und Qualitätsmessen. Die Einrichtzeiten auf allen Maschinen waren sehr hoch. Von Flexibilität in der Fertigungsplanung konnte kaum mehr die Rede sein. Entsprechend setzten sich Produktionsleiter Matteo Pezzani und sein Team das Ziel, den Anteil produktiver Stunden auf den Maschinen um ein Mehrfaches zu steigern.

Zusammen mit dem zuständigen Verkaufsingenieur von Erowa Italien wurde überlegt, in welcher Art und mit welchen Produkten die Steigerung am einfachsten erreicht werden könnte. Die Dimensionen der zu bearbeitenden Werkstücke sowie die einzelnen Prozessschritte zeigten klar in eine Richtung: Das größte Potenzial zur Verbesserung lag in der Reduktion der Rüstzeit auf den Fräsmaschinen. Mit dem Einsatz des Nullpunktspannsystems Erowa MTS (Modular Tooling System) wurde eine wesentliche Verbesserung der Situation erwartet.

Umstellung innerhalb von sechs Wochen

Mit dem sportlichen Ziel, die Produktion innerhalb von 6 Wochen von „traditionell" auf „Erowa FMC" (Flexible Manufacturing Concept) umzustellen, wurde das Projekt gestartet. Vorab bestimmte das C.O.S.P.A.-Team die neuen Abläufe. Mit der Möglichkeit, die Werkstücke von einer Maschine auf die nächste zu wechseln, ohne Zeit mit Rüsten zu verlieren, wurden ganz neue Vorgehensweisen möglich. Jobs können nun unterbrochen werden, wenn neue Prioritäten entstehen. Die Organisation der Prioritäten ist, wie jeder Werkzeugmacher weiß, eine der größten Herausforderungen im täglichen Kampf mit den Lieferterminen.

Die zunehmenden Vorschriften der Qualitätskontrolle erfordern Messungen und Protokolle, welche nachvollziehbar sind. Somit muss auch die Messmaschine voll ins Produktionskonzept eingebunden werden. Die Ausrüstung der Maschinen mit dem Erowa-System war der erste Schritt. Ausnahmslos alle Maschinentische wurden mit MTS-Basisplatten bestückt –je nach Platzverhältnissen mit einer oder zwei 6er-Platten, um möglichst den ganzen Bearbeitungsbereich abzudecken. Sobald diese Voraussetzung gegeben war, kamen die MTS-Paletten zum Einsatz.

Alle Werkstücke werden auf vorbereiteten Paletten gerüstet und bereitgestellt. Der Ergonomie der Arbeitsabläufe wird ein großer Wert beigemessen. Ganz nach dem Grundsatz: Nur ein gut eingerichteter Arbeitsplatz lässt qualitativ hochstehende Resultate zu. Zu diesem Zweck wurden vor jeder Maschine spezielle Träger für die MTS-Paletten installiert. Entsprechend ist auf einen Blick klar, welche Arbeit ansteht. Die vorbereiteten Paletten stehen da, wo sie schnell und einfach abgeholt werden können.

Der Zugang zum Messraum wurde so gestaltet, dass Paletten mit dem Deckenkran bis auf die Koordinatenmessmaschine gebracht werden können. Selbstredend ist die Messmaschine auch mit dem MTS-Spannsystem ausgerüstet. Zwischenkontrollen und die abschließenden Qualitätsmessungen sind somit voll in den Fertigungsprozess eingebunden.

Die Senkerodiermaschine ist auf dem Tisch mit MTS ausgerüstet. Die Werkstücke werden auf Paletten oder mit direkt montierten MTS-Spannzapfen präzis und schnell positioniert. Die Elektroden, welche in großen Mengen hergestellt werden, pro Werkzeug sind bis zu 50 Stück notwendig, wohnen auf Erowa ITS-Standardhaltern. Damit die größtmögliche Autonomie an der Senkerodiermaschine erreicht wird, steht daneben der Erowa Robot Compact. Er wechselt die Elektroden rund um die Uhr.

Auf der anderen Seite neben dem Robot Compact steht die Elektrodenfräsmaschine. Auch sie wird vom selben Roboter mit vorbereiteten Rohlingen versorgt. So werden beide Maschinen von ein und demselben Roboter mit Arbeit versorgt. Damit die Fräsmaschine kompatibel zur übrigen Werkstatt bleibt, ist sie mit der üblichen MTS-Basis ausgerüstet. Darauf wird bei Bedarf ein ITS-Spannfutter für die Bearbeitung der Elektroden eingewechselt. Über den richtigen Ablauf der Jobs wacht das JMSpro-Prozessleitsystem.

Übersichtliche Terminplanung

Mit dem Anspruch, die Fertigung eines kompletten Werkzeuges auf vier Wochen zu reduzieren, geht auch das Bewusstsein einher, dass kaum mehr Pufferzeiten zur Verfügung stehen. Dementsprechend erfolgt die neue Produktionsorganisation mit wichtigen Softwaretools: Eingesetzt wird das Prozessleitsystem JMSpro. Es verbindet die Auftragsdaten, die Fertigungsschritte, die CNC-Programme und die palettierten Werkstücke miteinander; dadurch ist jederzeit sichergestellt, dass die Aufträge mit passender Priorität abgearbeitet werden. Bei der Arbeitsvorbereitung wird JMSpro von einer weiteren Software unterstützt. Durch die Verbindung der beiden Tools dringen Planungsänderungen automatisch bis zur Maschine durch, und umgekehrt werden Ereignisse an den Maschinen ins Planungssystem zurückgemeldet.

„Als wir begannen, uns mit den Verbesserungsvorschlägen für die Erreichung der Durchlaufzeit zu beschäftigen, wurde schnell klar, dass wir voller Konsequenz handeln müssen", zieht Pezzani Bilanz. „Den Erfolg, den wir bereits vier Wochen nach der Integration des ganzen Systems feiern konnten, gibt meiner These recht: Es kann nur eines geben – Erowa FMC."

Erowa AG www.erowa.com

04.11.2011


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