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Der Industrie-PC im Box-Format bietet sich im Maschinenbau als Steuerungsplattform an
Industrie-PC oder -Plattformen werden in fast allen Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus eingesetzt, um unterschiedliche Automatisierungsaufgaben auszuführen. Daher gibt es kaum noch Werkzeugmaschinen, in denen die Geräte nicht die Steuerung, Visualisierung oder Datenerfassung des Prozesses übernehmen. Hier zeichnet sich der Leistungsumfang der Industrie-PC besonders aus, der von stetig steigender Performance über den effizienten Umgang mit Energie bis zur hohen Zugriffsicherheit reicht.
Der Industrie-PC im Box-Format bietet sich im Maschinenbau als Steuerungsplattform an
Box-PC als Plattform für die Maschinensteuerung

Flexibilität und Leistungsfähigkeit im kompakten Gehäuse

Mit der Produktfamilie Valueline stellt Phoenix Contact ein modulares Industrie-PC-System zur Verfügung
Mit der Produktfamilie Valueline stellt Phoenix Contact ein modulares Industrie-PC-System zur Verfügung
Box-PC aus der Produktfamilie Value- line mit abgesetztem Monitor
Box-PC aus der Produktfamilie Value- line mit abgesetztem Monitor
Mit der Soft-SPS PC Worx RT Basic wird der Industrie-PC zur Steuerung
Mit der Soft-SPS PC Worx RT Basic wird der Industrie-PC zur Steuerung

Die Umgebungsbedingungen in der Produktion stellen weitere Anforderungen an die heutige Technologie. Schock, Vibration sowie hohe oder sehr niedrige Temperaturen haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Langlebigkeit der PC-Systeme. Außerdem verlangt der ständig wachsende Kostendruck im Maschinenbau neben sinkenden Anschaffungspreisen für die Automatisierungskomponenten ein hohes Maß an Service und Support sowie kurze Lieferzeiten bei gleich bleibend hoher Produktqualität.

Neben Eigenschaften, die die Wirtschaftlichkeit von Werkzeugmaschinen beeinflussen, wie Leistung, Verfahrgeschwindigkeit oder Werkzeugwechselzeit, müssen auch die Qualität des herzustellenden Produkts betreffende Faktoren berücksichtigt werden. Die erzielbare geometrische Genauigkeit ergibt sich beispielsweise im Wesentlichen aus der Fertigungsqualität sowie dem Spiel der Maschine und der Bauform. Entsprechend führt eine Portalbauweise, die häufig bei großen, in der Qualitätssicherung genutzten Messmaschinen oder bei Portalfräsmaschinen zu finden ist, zu einer sehr hohen Genauigkeit bei großen Arbeitsräumen. Die Exaktheit der Maschinenführungen ist heute bei größeren CNC-Maschinen so ausgelegt, dass pro Achse zusätzlich ein Korrekturprofil per Software aufgeschaltet wird. Für diese Aufgabe eignen sich insbesondere kompakte Industrie-PC als Plattform für die Software.

Mit dem Box-PC Mini ergänzt Phoenix Contact seine modulare Industrie-PC-Familie Valueline deshalb um ein kompaktes Gerät, das 40 Prozent kleiner als die Standard-Industrie-PC der Baureihe ist. Der Box-PC Mini überzeugt in der ersten von mehreren Varianten durch einen erweiterten Temperaturbereich von – 40 bis 70 °C. Die Werte für Schock und Vibration erfüllen ebenfalls die hohen Anforderungen der rauen Industrieumgebung. Vor diesem Hintergrund bietet sich der Box-PC Mini für Automatisierungsaufgaben an, die aktuell nicht mit Standard-Industrie-PC umgesetzt werden können.

Steigender Automatisierungsgrad bei unterschiedlichen Werkzeugmaschinen

Der Automatisierungsgrad und die Komplexität der einzelnen Werkzeugmaschinen sind sehr unterschiedlich und können darum auf verschiedene Arten realisiert werden. Eine konventionelle Werkzeugmaschine erzeugt die Schnitt- und Vorschubbewegung über einen Motor und Getriebe sowie über Handräder. Meist steuert ein einfaches PC-basiertes Steuerungssystem die Vorschubbewegung beispielsweise über Kurvenscheiben.

Diese Vorgehensweise erweist sich jedoch als unflexibel. Bei einer CNC-Werkzeugmaschine wird an einem manuell eingespannten Werkstück ein vollautomatischer Arbeitszyklus durchgeführt. Auch der Werkzeugwechsel erfolgt oft automatisiert. Der wesentliche Unterschied zu einem Bearbeitungszentrum besteht darin, dass der Werkstückwechsel und das Werkzeugkontrollsystem hier im Allgemeinen in den automatisierten Ablauf integriert sind.

Handelt es sich um hochkomplexe und flexible Fertigungszellen, werden mehrere Maschinen mit ihren Werkzeugmagazinen, einem größeren Werkstückspeicher und zum Teil eingebauten Messeinrichtungen miteinander kombiniert. Jede einzelne Maschine verfügt über ein eigenes Steuerungssystem. Die verschiedenen SPS-Systeme sind wiederum vernetzt, um beispielsweise Schnittstellen umzusetzen oder Betriebsdaten zur Qualitätskontrolle zu erfassen.

Flexible Fertigungssysteme zeichnen sich durch einen maschinenübergreifenden automatischen Werkstückfluss mit Anbindung einer Fertigungssteuerung oder eines Produktionsplanungssystems aus. Die hier verwendeten Steuerungslösungen sind teilweise sehr komplex. Sie lassen sich allerdings auf unterschiedliche Arten aufbauen. Auf der einen Seite können ein oder mehrere zentrale Systeme sowie mehrere an der Maschine verteilte Industrie-PC die Steuerungsfunktion übernehmen. Auf diese Weise erhöht sich die Flexibilität, doch der Konstrukteur muss die jeweils passende Komponente für die einzelnen Aufgaben suchen.

Individuelle Konfiguration nach dem Baukasten-Prinzip

Es gibt wenige Werkzeugmaschinen, in denen kein Industrie-PC zum Bedienen, Beobachten und Visualisieren sowie zur Datenerfassung eingesetzt wird. Umso wichtiger ist es, dass die Geräte optimal an die jeweiligen Applikationsanforderungen angepasst sind, um eine Überdimensionierung und damit überflüssigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Die Industrie-PC der Produktfamilie Valueline lassen sich daher für jede Anwendung indidivuell konfigurieren. Aufgrund der Modularität der einzelnen Bestandteile erhält der Anwender auch bei unterschiedlichen Applikationen stets identische Basiskomponenten und kann so auf dem Grundprinzip von Phoenix Contact für alle Systemlösungen aufbauen.

Ist zum Beispiel lediglich ein Industrie-PC ohne Display erforderlich, bietet Valueline mit dem Basisgerät eine schmale Lösung, die sich mit den Einbauvarianten „Buchformat" und „ Wandmontage" bestens für die Installation im Schaltschrank eignet. Benötigt der Anwender für das Bedienen, Beobachten und Darstellen komplexer Prozessabläufe einen klassischen Panel-PC, kann er die Valueline-Basiseinheit um ein Display erweitern. Das TFT-Display, das mit Diagonalen von 12 bis 24 Zoll erhältlich ist, ermöglicht eine einfache Bedienung über den Touchscreen.

In einigen Anwendungen muss die Bedieneinheit vom Box-PC getrennt werden. Zu diesem Zweck stehen externe Monitore in den Display-Größen von 12 bis 19 Zoll zur Verfügung, die über den DVI- oder VGA-Anschluss mit dem Box-PC verbunden werden. Das Touch-Signal wird via USB übertragen. Die Monitore lassen sich wahlweise mit oder ohne Front-USB-Anschluss bestellen.

Optimale Auslastung durch Software-SPS

Im Bedarfsfall können die wichtigsten Komponenten des Box-PC Mini der Produktfamilie Valueline schnell ausgetauscht werden. Wegen des generell lüfterlosen Aufbaus gestaltet sich die Wartung des Geräts nicht nur für geschultes Service-Personal einfach. Neben den technischen Ausstattungsmöglichkeiten des Industrie-PC-Systems ist dies für viele Nutzer ein wesentliches Kriterium, das für den Einsatz in ihren Maschinen und Anlagen spricht. Je schneller sich ein defektes Teil auswechseln lässt, desto geringer sind schließlich die Stillstandszeiten.

Industrie-PC der Produktlinie Valueline finden sich in zahlreichen Maschinen und Anlagen, damit Prozesse bedient und visualisiert werden können. Die PC-Plattformen sind in der Regel jedoch nicht ausgelastet und verfügen über ungenutzte Ressourcen. Durch die Kombination der Valueline-Geräte mit der Software-SPS PC Worx RT Basic von Phoenix Contact lassen sich alle Steuerungsaufgaben in Echtzeit erledigen. Dabei muss der Anwender nicht auf die gewohnte Zuverlässigkeit und Stabilität der klassischen SPS verzichten.

Die in den Industrie-PC integrierten Ethernet-Schnittstellen dienen der Kommunikation über Profinet. Der Anwender kann die Rechenleistung seines Valueline-PCs also optimal an die Leistungsanforderungen der jeweiligen Maschine anpassen. Die Kombination aus Industrie-PC und Software-SPS bildet somit eine abgestimmte Steuerungslösung für seine Applikation.

Phoenix Contact GmbH & Co. KG www.phoenixcontact.de

Autor: Dietmar Knecht, Produktmarketing IPC/HMI, Phoenix Contact Electronics GmbH

04.08.2011


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